Adventskonzert des Kirchenchores
Draußen ein buntes Lichtermeer, Menschen drängen sich an Ständen mit Weihnachtsdeko vorbei, Bratwurst- und Glühweinduft hängt in der kalten Abendluft. Da tut eine Stunde Ruhe und Besinnung beim Adventskonzert des Kirchenchores in der Pfarrkirche gut. Danach bleibt noch genügend Zeit, den Rundgang fortzusetzen und sich mit Bekannten und Freunden zu treffen.
Dabei ist die Tradition des Friedensgebets auch an diesem Freitagabend nicht unterbrochen worden, nur etwas gekürzt.
Gerade in diesen „so unfriedvollen Zeiten kann Musik mal so richtig gut tun“, begrüßte Chorleiter Christoph Brehm die Zuhörer in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche zum schon traditionellen Konzert am ersten Abend des Adventsmarkts. Das Zitat von Johann Gottfried Seume, „wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“, möge ein Hinweis darauf sein, dass Menschen mit Musik im Herzen für eine bessere Welt stehen können, so Brehm.
Zum Auftakt sang der Chor begleitet von Sebastian Bange an der Orgel und dem Streichquartett des Collegium Instrumentale Münster das Ave Maria von Camille Saints-Saens und „Lobet Gott, den Allerhöchsten“ von Robert Jones. Davon, dass die Generalprobe schwierig gewesen sein soll, war jetzt nichts mehr zu spüren und schon gar nicht zu hören. Kraftvoll und sicher füllen die Sängerinnen und Sänger mit ihrem Gesang den Kirchenraum.
Zwischen weiteren Auftritten des Chors verstärkte Volker Leiß die adventliche Stimmung mit seinem Flötenspiel. Hans-Ralf Waterkamp, der ihn auf der Gitarre begleiten sollte, musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen, aber Leiß konnte dessen Part vom Smartphone abspielen. Nicht nur mit dem Verklingen des letzten Tons musste der Impuls, spontan zu applaudieren, unterdrückt werden. Christoph Brehm hatte eingangs darum gebeten, bis zum Schluss damit zu warten.
Das gelang und so störte nichts die besinnliche Stimmung. Der Chor unterstrich sie mit „Gottes Lob wandert“ von Manfred Schlenker und „Dein Name, Herr, ist Friede“, vom Chorleiter selbst arrangiert. Sebastian Bange und das Streichquartett kamen zwischendurch mit eigenem Spiel zur Geltung, bevor der Chor wieder im Zusammenspiel mit „Du bist’s dem Ruhm und Ehre gebühret“ von Joseph Haydn hören ließ, wohin intensive Probenarbeit führt.
Dass die Blockflöte landläufig möglicherweise unterschätzt wird, demonstrierte Volker Leiß mit „Black is the colour“ und „Engel auf den Feldern singen“ sehr eindrücklich. „Gottes grenzenlose Liebe“ von Robert Jones stimmte wiederum der Chor an und lud nicht vergebens zum Abschluss die Zuhörenden ein, „Tochter Zion“ gemeinsam zu singen.
Dann konnten sie dem Drang zum Applaudieren nachgeben. Da der nicht aufhören wollte und durch Aufstehen unterstrichen wurde, kam der Chor um eine Zugabe nicht herum. „Dank sei Gott“ erklang mit hörbarer Begeisterung. Den Wunsch von Christoph Brehm, dass die Strahlkraft der vorweihnachtlichen Botschaft ein Hoffnungszeichen sein möge, damit „Friede auf Erden“ wieder möglich wird, ließ das Konzert spürbar werden.
Wer mehr vom Kirchenchor hören möchte, hat nicht nur in den Weihnachtsgottesdiensten Gelegenheit dazu, sondern auch beim schon ebenso traditionellen Benefizkonzert des Kolping Blasorchesters, dass die Sängerinnen und Sänger am 11. Januar einmal mehr mitgestalten.
Harald Westbeld, WN