Nicht leicht, einen Kabarettabend zusammenzufassen. Ich hab es trotzdem versucht, auch für die WN. Zu schön, um sich nicht zu erinnern.
Das Gewitter hatte sich am Freitagabend gerade verzogen, da schlug im Bürgerhaus der Blitz in Form einer provozierenden These ein: JESUS CHRIST – KABARETTIST.
Mit dieser gewagten Behauptung trat Markus von Hagen auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes vor einem sehr interessierten Publikum auf, das bereit war, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. War Jesus Christ ein Kabarettist?
Ja, behauptet Markus von Hagen. Und er begründet: Jesus von Nazareth hatte alles, was einen guten Kabarettisten ausmacht: „Jesus war kritisch, provozierend, bewegend – und menschlich.“ Und ganz am Ende stellte er noch einmal klar: „Aber nicht nur.“
Was wir aber wirklich wissen oder zu wissen glauben, ist ungewiss. Denn unser Wissen beziehen wir aus Schriften, die Jahrzehnte nach seinem Tod verfasst wurden. Allein die Zahlen darin hätten mal echten, mal symbolischen Wahrheitsgehalt.
Die Provokationen Jesu seien dabei durchaus glaubhaft. Er setze sich darin oft mit den überlieferten Glaubensgrundsätzen und daraus abgeleiteten Vorschriften kritisch auseinander.
„Unser äußeres Bild von ihm ist ebenso festgelegt wie – höchstwahrscheinlich – falsch“, stellt er fest. Biblische Monumentalfilme wie „König der Könige“, im Jahr 1961 in den USA gedreht, vermitteln Bilder, die schon mit den literarischen Vorlagen im Neuen Testament nicht übereinstimmen.
„Jesus hätte die Botschaft von seinem Reich durchaus professioneller umsetzen können. Die Unzulänglichkeit seines Teams hält er aus und arbeitet mit ihm vertrauensvoll zusammen.“ Und ohne sie beim Namen zu nennen, beschreibt er: „Der eine erhängt sich und der andere wird Papst.“ Und das Publikum schmunzelt verstehend.
Jesus bewegt Menschenmassen und zieht sie in seinen Bann. Fehlendes Organisationsmanagement bei einer Versammlung mit mehreren Tausenden habe er überspielt mit einer Aufforderung zum Teilen. Und das Publikum weiß Bescheid: Die wunderbare Brotvermehrung. Überhaupt pflegte von Hagen einen sehr dichten Kontakt zum Publikum, mal sprach er von vorn, mal mittendrin.
Jesus war kein Asket, sondern manchmal auch ein Genießer und wusste Qualität zu schätzen – man denke an die Hochzeit in Kana. Nichts Menschliches war Ihm fremd. Mit Frauen hatte er in einer Weise Umgang, die sein Umfeld ebenfalls provozierte. Er war nicht leibfeindlich und nicht ausgrenzend.
Mit einem großen Fundus an Hintergrundkenntnissen nicht nur in theologischer Hinsicht konnte er das Publikum nachdenklich machen, erheitern und letztlich auch überzeugen. Denn so sein Credo:
„Heutige religiöse Satire zeigt häufig religiöse Realsatire auf, die bereits religiöse Gefühle verletzt. Jesus hingegen greift auf die alten Schriften des Judentums zurück und entwickelt diese weiter.
In Bezug auf Handlungsanweisungen ist das Programm Jesu kein politisches Programm, sondern ein kritisches, übergreifendes Plädoyer für Humanität.“
Alfons Sundermann
Ein besonderer Abend erwartet Sie: Mit seinem Programm „Jesus Christ – Kabarettist“ bringt der Kabarettist Markus von Hagen am Freitag, 29. Mai 2026, um 19:30 Uhr das Bürgerhaus Saerbeck (Ferriéresstraße) zum Lachen und Nachdenken.
Freuen Sie sich auf intelligentes, pointiertes Kabarett, das Humor und theologische Impulse auf unterhaltsame Weise verbindet.
Eintritt: 8 € im Vorverkauf, 10 € an der Abendkasse.
Vorverkauf: Buch & mehr (Marktstraße 23) sowie im Pfarrbüro (Am Kirchplatz 1 Tel.: 02574-938320).
Herzliche Einladung zu einem Abend voller Witz, Tiefgang und überraschender Perspektiven!